Laut einer Studie von Spike W. S. Lee und Norbert Schwarz ist es nach dem Händewaschen einfacher vergangene Entscheidungen zu revidieren. Dies wurde durch eine Versuchsaufbau mit 40 Studenten in Einzeltests belegt. Aus meiner Perspektive scheint dieser Sachverhalt im Rahmen der Behavioral Finance – welche psychologische Verhaltensmuster bei Anleger untersucht – ein untersuchenswerter Gegenstand zu sein. Berücksichtigt man diesen Aspekt bei einer quantitaven Analyse von Anlagerverhalten, so scheinen mir solche psychologische Anomalien als tendenziell umfangreich, womit eine entsprechende Informationsintransparenz sowie Berechnungskomplexität als zu hoch eingeschätzt werden kann. Die Technische Analyse hat hierzu ein Lösungskonzept, indem von einer Einpreisung dieser Anomalien ausgegangen wird. Berücksichtigt man Händewaschen als extrinsischen Einfluss auf die menschliche Psyche und damit auf das Anlegerverhalten und würde es somit der Behavioral Finance zuordnen, so bemerkt man schnell die enorm hohe Komplexität dieser psychologischen Erklärungsversuche im Zusammenspiel, was durchaus auch zu einer Beliebigkeit der verhaltensorientierten Argumente führen kann.
Augenzwinkernd bleibt abzuwarten bleibt ob in Zukunft alle Anleger besser ein Stück Seife nebst Schüssel mit Wasser auf dem Schreibtisch stehen haben sollten, um behavioristische Effekte wie Belief Perseverance bzw. Confirmation Bias zu lösen.
Nur: Kann man von 40 Studenten auf die gesamte Menschheit respektive “risikotrainierter” Investoren generalisieren? Hierdurch sehe ich ausgehend von der geringen Stichprobenmenge eine untersuchenswerte Evidenz der gewonnenen Erkenntnis.
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